Was ist ein Bohrkern?

Ein Bohrkern ist ein zylindrisches Stück Gestein oder Boden, das bei einer Kernbohrung im Ganzen aus dem Untergrund geholt wird. Anders als beim Vollbohren bleibt das Material dabei weitgehend in seinem natürlichen Gefüge erhalten. Geologen können so Schichten, Klüfte und Mineralisierungen direkt am Kern beurteilen.

Geologen bei der Gesteinsaufnahme im Feld

Wie wird ein Bohrkern gewonnen?

Bei der Seilkernbohrung schneidet eine ringförmige Diamantkrone den Kern frei. Er wandert in ein Innenrohr, das je nach Kernrohrlänge alle 1,5 bis 6 m per Seil nach oben gezogen wird. Im Baugrund wird oft mit der Rammkernsondierung gearbeitet, bei der ein Sondierrohr in den Boden gerammt wird, siehe Kernkisten für Rammkernsondierungen.

Welche Größen gibt es?

GrößeKerndurchmesser (ca.)Bohrlochdurchmesser (ca.)
BQ36,4 mm60,0 mm
NQ47,6 mm75,7 mm
HQ63,5 mm96,0 mm
PQ85,0 mm122,6 mm
SQ101,0 mm134,0 mm

Wofür werden Bohrkerne genutzt?

  • Rohstofferkundung und Bergbau: Gehalte, Lagerstättenmodell, Ressourcenschätzung
  • Geotechnik: Tragfähigkeit, Gebirgsklassifikation, Tunnel- und Brückenbau
  • Hydrogeologie und Umwelt: Schichtenfolge, Durchlässigkeit, Schadstoffe
  • Forschung und Lehre: Archive für spätere Untersuchungen

Wie werden Bohrkerne gelagert?

Direkt nach dem Ziehen kommen die Kerne in der richtigen Reihenfolge in Kernkisten, werden beschriftet, fotografiert und aufgenommen. Wie Sie Kerne dauerhaft archivieren, lesen Sie unter Bohrkerne richtig lagern. Die passenden Kisten finden Sie in der Übersicht der Kernkisten.